Wanderurlaub am Thiersee – zwischen Bergen, See und Kaisergebirge

Raus aus dem Alltag und mit dem Camper ab in die Berge – unser Ziel für diesen Sommer war u.a. der Thiersee in Tirol. Genauer gesagt ging es zum Campingplatz Rueppenhof, wo wir eine Woche lang unser Lager aufschlugen. Wohnmobil und Zelt im Gepäck, dazu jede Menge Lust auf Berge, Seen und ein bisschen österreichisches Lebensgefühl.

Der Thiersee liegt nur wenige Kilometer von Kufstein und gleichzeitig nur einen Steinwurf von der Deutschen Grenze entfernt. Umgeben von Bergen, Wiesen und Wäldern bietet die Gegend genau die Mischung, die wir uns für unseren Campingurlaub in Österreich vorgestellt hatten. Morgens gemütlich frühstücken, tagsüber die Umgebung erkunden und abends den Tag am See ausklingen lassen.

Der Campingplatz Rueppenhof

Der Campingplatz Rueppenhof liegt direkt am Ufer des Thiersees und bietet einen schönen Ausgangspunkt für Unternehmungen in der Region. Viele Wanderwege starten praktisch vor der Tür und auch Kufstein ist schnell mit dem kostenlosen Bus (Gästekarte) erreichbar.

Vom Platz aus ist man in wenige Minuten zu Fuß im kleinen Ort Vorderthiersee. Hier findet man ein paar Restaurants, von denen der Breitenhof und die dortigen Schnitzel besonders zu empfehlen sind. Für die Selbstversorgung gibt es einen Supermarkt (SPAR), wo man morgens u.a. frische Semmeln bekommt.

Die Parzellen auf dem Campingplatz sind nicht besonders groß und teilweise etwas uneben. Für unser Wohnmobil und das Vango Scarfell 300, in dem unserer Töchter schliefen, hat es aber gepasst.

Feste An- und Abreisetage gibt es hier nicht wirklich und so herrschte ein reges Kommen und Gehen. So hatten wir in nur einer Woche insgesamt vier verschiedene Nachbarn.

Vignette und Maut in Österreich: Auch wenn Kufstein und somit der Thiersee direkt hinter der Deutschen Grenze liegt, muss man bei der Anreise die Maut berücksichtigen. Für alle Fahrzeuge über 3,5 t gilt eine kilometerabhängige Maut (GO-Maut). Diese wird über eine elektronische Mautbox entrichtet. Wichtig: Die GO-Box muss immer aktiviert bleiben – auch auf den vignettenfreien Autobahnabschnitten in Österreich.

Ab in den See!

Der Thiersee liegt nicht nur liegt wunderschön eingebettet in die Tiroler Bergwelt, sondern ist ein echtes Highlight für alle, die gerne schwimmen und baden. Er liegt auf „nur“ rund 617 Metern Höhe und ist mit etwa 25 Hektar Fläche und einer maximalen Tiefe von rund 12 Metern vergleichsweise klein. Genau das kommt ihm im Sommer zugute: Das Wasser kann sich deutlich schneller erwärmen als in vielen tiefen Tiroler Bergseen. Dazu kommt die geschützte Lage des Sees inmitten des Thierseetals.

Während man bei einem Bergsee durchaus mit einer ordentlichen Abkühlung rechnen muss, fühlt sich der Thiersee geradezu angenehm temperiert an. Seine durchschnittliche Temperatur liegt in den Sommermonaten bei etwa 23 °C.

Auch die Wasserqualität kann sich sehen lassen. Das Land Tirol führt den Thiersee als offizielles Badegewässer; für die Jahre 2021 bis 2025 wurde die Badegewässerqualität mit der höchsten Kategorie „ausgezeichnet“ bewertet.

Am See gibt es außerdem ein Strandbad mit Liegewiesen und Springturm, und wer nach dem Schwimmen noch etwas Action möchte, kann sich unter anderem Tret- oder Ruderboote ausleihen. Morgens der erste Blick auf den See, tagsüber eine Wanderung oder ein Ausflug und anschließend noch eine Runde schwimmen – viel mehr braucht es eigentlich nicht für einen gelungenen Sommertag.

Wanderung auf den Pendling

Schon zu Beginn unseres Aufenthalts am Thiersee stand eine erste größere Wanderung auf dem Programm: Vom Campingplatz aus machten wir uns auf den Weg zum Pendlinghaus. Der Pendling ist mit seinen 1.563 Metern einer der markantesten Berge rund um Kufstein und wird nicht umsonst gerne als „Hausberg“ der Kufsteiner bezeichnet und der Gipfel ist vom Thiersee aus zu sehen.

Wanderausrüstung: Für Wanderungen können wir immer zu Trekking-Stöcken raten und haben mit den leichten und höhenverstellbaren Stöcken von TrailBuddy* über die Jahre ausgezeichnete Erfahrungen sammeln können. Doppellagige und atmungsaktive Wandersocken können auch einen Unterschied machen und den Hersteller Wrightsock können wir sehr empfehlen.

Kurz hinter dem Campingplatz führte uns ein Weg stetig bergauf, durch schattige Waldstücke und über wurzelige und teilweise etwas steilere Passagen. Mit jedem Höhenmeter wurde die Landschaft ursprünglicher und die Ausblicke wurden immer schöner. Zwischendurch gab es immer wieder Stellen, an denen wir kurz innehielten, um die Aussicht zu genießen und natürlich auch einmal durchzuatmen. Der Aufstieg zum Pendlinghaus ist zwar mit etwas über 1.000 Höhenmetern und knapp 5 Stunden kein Spaziergang, aber mit etwas Kondition und festem Schuhwerk gut zu schaffen.

Oben angekommen, wurden wir für die Mühen des Aufstiegs belohnt. Rund um das Pendlinghaus eröffnet sich ein fantastischer Blick über das Inntal, hinüber zum Kaisergebirge und weit hinein in die Tiroler Bergwelt. Ein perfekter Platz für eine ausgiebige Pause.

Natürlich durfte auch eine Einkehr im Pendlinghaus nicht fehlen und nach dem Aufstieg schmeckte die wohlverdiente Stärkung gleich doppelt so gut. Mit einer schönen Aussicht vor Augen lässt sich so eine Pause ohnehin besonders genießen. Der Rückweg führte uns schließlich wieder hinunter in Richtung Thiersee und an der Kala Alm vorbei zurück zum Campingplatz Rueppenhof.

Nach einigen Stunden in den Bergen waren die Beine zwar müde, aber wir waren uns einig: Die Tour war ein gelungener Auftakt für den Urlaub und die nächsten Tage dürfen gerne genauso aktiv werden.

Dauer: 5 Stunden
Strecke: 14,2 km
Höhenmeter: 1.030

Ein Abstecher nach Kufstein

Am nächsten Tag stand ein Ausflug nach Kufstein auf dem Programm. Als Urlauber bekommt man während seines Aufenthalts die Gästekarte KufsteinerlandCard und diese bietet u.a. freien Eintritt zu Top-Sehenswürdigkeiten wie der Festung Kufstein und freie Fahrten mit regionalen Bussen.

Zur Bushaltestelle in Vorderthiersee sind es vom Campingplatz kaum 10 Minuten zu Fuß und der Bus bringt einen in weniger als 20 Minuten ins Zentrum von Kufstein und unser Ziel war neben der historischen Altstadt natürlich die berühmte Festung.

Die Festung Kufstein

Kufstein liegt malerisch am Inn und wird von der mächtigen Festung überragt. Schon bei der Ankunft ist kaum zu übersehen, warum die Festung zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region gehört.

Der Besuch lohnt sich aber nicht nur wegen der Aussicht. Innerhalb der Festung gibt es einiges zu entdecken und natürlich viel Geschichte. Besonders praktisch für Urlauber: Der Eintritt in die Festung ist in der Gästekarte enthalten.

Die Geschichte der Festung reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, wobei die Anlage im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erweitert und verändert wurde. Durch ihre Lage am Eingang des Inntals hatte die Festung eine wichtige strategische Bedeutung. Heute ist sie vor allem eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Tirols – und ein ziemlich spannender Ort für einen Rundgang.

Mit dem Audioguide durch die Festung

Besonders gut gefallen hat uns der kostenlose Audioguide per App, den man für den Rundgang nutzen kann. Der Audioguide führt einen praktisch durch die gesamte Anlage. Dabei erfährt man nicht nur etwas über die militärische Funktion der Festung, sondern auch über das Leben innerhalb der dicken Mauern, über Belagerungen und die wechselvolle Geschichte Kufsteins.

Durch die alten Mauern und Innenhöfe

Beim Rundgang geht es durch Innenhöfe, historische Räume und über die verschiedenen Bereiche der Festungsanlage. Immer wieder öffnen sich neue Perspektiven auf die Stadt und das Inntal.

Sehr beeindruckend sind natürlich die mächtigen Festungsmauern. Wenn man direkt davorsteht, bekommt man erst ein Gefühl dafür, wie aufwendig der Bau und die Verteidigung einer solchen Anlage in der damaligen Zeit ohne schwere Maschinen gewesen sein müssen.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Blick von oben. Von der Festung aus liegt Kufstein direkt unter einem, während sich das Inntal weit in die Landschaft hineinzieht. Bei gutem Wetter reicht der Blick weit über die umliegende Bergwelt u.a. auf den Hausberg Pendling, welchen wir am Tag davor besucht hatten.

Für den Besuch der Festung sollte man ruhig etwas Zeit einplanen und den Erklärungen vom Audioguide folgen, denn so bekommt man einen wesentlich besseren Eindruck von der Festung. Für uns war der Besuch jedenfalls eine schöne Abwechslung zur Bergwanderung am Vortag.

Wanderung mit Überraschungen durch das Kaisertal

In der Gästekarte ist auch eine Berg- und Talfahrt mit dem Kaiserlift inklusive, welcher einen vom Kufsteiner Ortsteil Sparchen in 500 Metern Meereshöhe über die Mittelstation bei der Duxer Alm (896 m) zur Bergstation Brentenjoch (1.256 m) am Jahnhügel führt.

Wir hatten ursprünglich geplant, durch das Kaisertal bis zum Hinterbärenbad und von dort aus über den Gamskogel bis zur Bergstation vom Kaiserlift zu Wandern. Am Ende wurde die Strecke jedoch deutlich härter als gedacht, und auch die Rückreise zum Campingplatz verlief nicht wie geplant.

Mit dem Bus ging es am frühen Morgen vom Thiersee aus bis zum Bahnhof in Kufstein und mit einer anderen Linie weiter bis zum Kaiseraufstieg. Hier erwarten einen direkt mal rund 300 Steinstufen mit einem Höhenunterschied von ca. 110 m. zum Auftakt. Wenn man die aber geschafft hat, geht es entspannt durch das Kaisertal in Richtung der Antoniuskapelle auf 836 Metern.

Auf der gesamten Strecke hat man immer wieder einen schönen Blick auf Kufstein mit seinem gegenüberliegenden Hausberg dem Pendling und die umliegenden Berge des Kaisertals.

Von der Kapelle aus folgten wir dem Weg in Richtung der Hechtleitalm immer weiter bis zum Anton-Karg-Haus (829 m) im Hinterbärenbad.

Wettrennen gegen die letzte Talfahrt

Eigentlich war der Plan ganz einfach: gemütlich wandern, die Bergwelt genießen und anschließend mit dem Sessellift wieder hinunter ins Tal fahren. Ein perfekter Wandertag also. Wir hätten vom Anton-Karg-Haus auch ganz entspannt am Kaiserbach entlang wieder Bergab in Richtung Kufstein laufen können.

Stattdessen entschieden wir uns für den Aufstieg in Richtung Bergstation Brentenjoch (1.256 m) am Jahnhügel, wohl wissend, dass die letzte Talfahrt vom Kaiserlift um 16:30 Uhr recht knapp zu erreichen sein wird. Aber hey, das schaffen wir schon, wir müssen ja „nur“ 30 Minuten schneller, als auf dem Schild angeben sein. Eine ganz doofe Idee!

Der steile Weg führte uns durch die beeindruckende Berglandschaft rund um das Brentenjoch. Eigentlich eine Strecke, bei der man immer wieder stehen bleiben möchte und das nicht nur zum Verschnaufen. Für lange Pausen blieb uns jedoch keine Zeit und so marschierten wir immer weiter und versuchten, ein möglichst hohes Tempo zu halten.

Jeder, der insgesamt 650 Höhenmeter auf diesem Stück brachte uns unserem Ziel näher – aber gleichzeitig rückte die Abfahrtszeit unaufhaltsam näher. Sätze wie „Das schaffen wir noch“ und „Das müsste gleich da oben sein“ wurden auf der steilen Passage zu unserem persönlichen Wander-Mantra.

Die Beine wurden schwerer, der Puls höher und die Motivation bekam langsam erste Risse. Aber Aufgeben war keine Option. Schließlich wollten wir keinesfalls nach all den Strapazen auch noch den kompletten Berg wieder zu Fuß hinunterlaufen.

Endspurt zum Sessellift

Wir erreichten die Hochebene unterhalb vom Brandkogel und der schwerste bzw. steilste Teil sollte nun hinter uns liegen. Nun müssten wir hier oben ja „nur“ noch in Richtung Gamskogel und dann hinunter zum Jahnhügel. Blöd nur, dass der Weg dorthin immer wieder rauf und runter geht und am Ende deutlich anstrengender und zeitintensiver als gedacht ist.

Unsere Uhr zeigte 16:20 und die Bergstation war für uns nicht mehr zu erreichen, was nach diesem Aufstieg und unserem persönlichen Wettrennen gegen die Zeit zunächst einmal ziemlich ernüchternd war. Besonders ärgerlich, weil wir nur 15 Minuten später die Brentenjochalm erreichten und von dort aus sind es nur noch 10 bis 15 Minuten zum Sessellift. Am Ende fehlten uns also nur rund 20 Minuten.

Die Beine hätten eigentlich schon vor zwanzig Minuten Feierabend verdient gehabt – und jetzt liegt der gesamte Berg noch zwischen uns und Kufstein. Wir genossen auf der Alm eine etwas verspätete Brotzeit und das ein oder andere kühle Getränk.

Der lange und teure Weg zum Campingplatz

Was bergauf noch ein sportlicher Anstieg gewesen war, fühlte sich bergab plötzlich wie eine Ewigkeit an. Die Beine waren müde und jeder Schritt wurde schwerer. Dazu kam, dass es inzwischen deutlich später geworden war und wir uns eigentlich schon längst wieder gemütlich am Campingplatz wähnten. Stattdessen hieß es nun: weiterlaufen.

Auf dem langen Weg nach unten zur Talstation kam die nächste Ernüchterung. Der letzte Bus von Kufstein zum Thiersee fährt um 19:00 und egal, wie sehr wir uns jetzt noch beeilen würden, von fehlender Kondition mal abgesehen, dass werden wir nicht mehr schaffen.

Somit quälten wir uns noch über 2 Stunden vom Berg hinunter ans Ufer der Inn und gingen im Auracher Löchel noch Essen. Im Anschluss bestellten wir uns ein Taxi bzw. Uber, welches uns für 45 € zurück zum Campingplatz am Thiersee brachte. Dort saßen wir noch bei einem Glas Wein, ziemlich erschöpft vor dem Camper und natürlich kam die Erkenntnis hinzu, dass wir uns die letzten Stunden mit etwas besserem Zeitmanagement hätten deutlich angenehmer gestalten können. Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer.

Dauer: 8,5 Stunden
Strecke: 26,2 km
Höhenmeter: 1.600

Entspanntes Kontrastprogramm – mit dem Kaiserlift auf den Berg

Nach unserer kleinen Berglauf-Challenge am Vortag hatten wir am nächsten Morgen beschlossen, es deutlich ruhiger angehen zu lassen. Schließlich hatten unsere Beine noch ziemlich genau in Erinnerung, dass man einen Berg auch komplett zu Fuß hinunterlaufen kann, wenn man die letzte Talfahrt um 20 Minuten verpasst. Heute sollte es also keine sportliche Höchstleistung werden, denn es stand eine Berg- und Talfahrt mit dem Kaiserlift auf dem Programm.

Schon während der Fahrt eröffnete sich immer wieder ein schöner Blick auf Kufstein und das Inntal. Und das Wetter meinte es an diesem Tag ebenfalls ausgesprochen gut mit uns. Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und eine fantastische Fernsicht – besser hätte man sich das Bergpanorama kaum wünschen können.

Kaiserschmarrn mit Aussicht

Nach der Wanderung am Vortag war unser Bewegungsdrang überschaubar und so waren wir froh, dass man von der Bergstation nur wenige Minuten bis zum Weinbergerhaus gehen muss. Auf der Terrasse ließen wir uns in der Sonne nieder und genossen die Aussicht und einen leckeren Kaiserschmarrn.

Wieder in Zentrum von Kufstein angekommen, gönnten wir uns gegenüber vom Marienbrunnen in der Bellaggio Gelateria noch einen großen Eisbecher und ließen den Tag gemütlich ausklingen.

Über Naunspitze und Pyramidenspitze – unterwegs im Kaisergebirge

Nach unserem entspannten Ausflug mit dem Kaiserlift und dem Kaiserschmarrn am Vortag, war die Wanderlust zurück uns als Ziel haben wir uns die 1.989 Meter hohe Pyramidenspitze ausgesucht.

Mit der Tour wollten wir noch ein wenig unsere Kondition testen, ein paar Höhenmeter sammeln und herausfinden, ob in der nächsten Zeit eine Besteigung der Zugspitze möglich wäre.

Der Kaiseraufstieg – 300 Stufen zum Auftakt

Wir nahmen diesmal den ersten Bus um 05:30 vom Thiersee aus in Richtung Kufstein, damit wir zumindest die letzte Fahrt um 19:00 nicht verpassen sollten. Unsere Tour am Kaiseraufstieg, wo der erste Schweiß nicht lange auf sich warten ließ, aber die knapp 300 Stufen kannten wir ja bereits.

Die Treppen sind zwar schnell bewältigt, aber sie geben schon einmal einen Vorgeschmack darauf, was uns erwartet. Oben angekommen, ging es weiter durch den Wald in Richtung Ritzaualm (1.161 m) und weiter zur Vorderkaiserfeldenhütte (1.388 m). Die Landschaft wurde mit jedem Höhenmeter beeindruckender, aber der Weg auch immer steiler.

Über die Naunspitze

Nach der Vorderkaiserfeldenhütte wurde der Weg deutlich anspruchsvoller. Ein steiler Pfad führte uns hinauf zur Naunspitze (1.633 m) und oben angekommen, gönnten wir uns deshalb erst einmal eine kurze Rast. Rucksack absetzen, durchatmen, etwas trinken und vor allem: einfach einmal stehen bleiben und das Panorama genießen.

Vor uns breitete sich die Bergwelt des Kaisergebirges aus und nach einem anstrengenden Aufstieg ist ein solcher Moment immer besonders schön.

Weiter über Petersköpfl, Einserkogel und Zwölferkogel

Nach der kurzen Verschnaufpause ging es weiter zum Gipfel des Petersköpfls (1.745 m). Von dort führte unsere Route zum Einserkogel (1.945 m) und anschließend zum Zwölferkogel (1.924 m).

Der Weg wurde schmäler und die Landschaft zunehmend felsiger. Gleichzeitig rückte unser eigentliches Ziel, die Pyramidenspitze, immer näher. Auf dem Weg geht es auch über einen kleinen Klettersteig der Schwierigkeitsstufe A/B, welcher sich aber gut bewältigen lässt.

Endlich auf der Pyramidenspitze

Dann war es geschafft.Nach dem langen Aufstieg, den zahlreichen Höhenmetern und den anspruchsvollen Passagen standen wir tatsächlich auf der Pyramidenspitze auf 1.989 Metern.

Unser eigentliches Tagesziel war erreicht und der Blick von hier oben entschädigte jeden einzelnen Höhenmeter. Rundherum das Kaisergebirge, unter uns die Täler und in der Ferne weitere Gipfel.

Bis zum Gipfel waren es insgesamt 1.772 Höhenmeter und es hat alles gut funktioniert, allerdings war die Tour damit natürlich noch lange nicht vorbei.

Der Abstieg – jetzt wird es richtig anstrengend

Unsere Route führte in Richtung Öchselweidschneid und weiter hinunter zum Bärentalbach. Und dieser Abschnitt hatte es wirklich in sich. Teilweise war der Weg extrem steil und dazu kam loses Geröll und so mussten wir konstant aufpassen, nicht wegzurutschen oder umzuknicken.

Nach den vielen Stunden in den Beinen wurde dieser Abschnitt deshalb zunehmend zur Tortur. Bergab klingt zunächst immer einfacher als bergauf. In diesem Fall war das allerdings ein Trugschluss. Wir waren deshalb ziemlich froh, als wir schließlich den Bärentalbach im Tal erreichten. Von dort aus ging es nun vergleichsweise entspannt am Fluss entlang in Richtung Kufstein.

Dauer: 9,5 Stunden
Strecke: 23,8 km
Höhenmeter: 1.772

Unser Fazit zum Thiersee und dem Kufsteinerland

Eine Woche am Thiersee geht erstaunlich schnell vorbei – vor allem dann, wenn man so viel erlebt wie wir. Die Zeit auf dem Campingplatz Rueppenhof war für uns eine richtig gelungene Mischung aus Erholung und Aktivität.

Die Lage ist ideal, um die Region Kufstein zu erkunden. Ob Kufsteiner Festung, Wanderungen im Kaisergebirge oder eine entspannte Fahrt mit dem Kaiserlift – die Möglichkeiten sind unglaublich vielfältig.

Besonders praktisch fanden wir die Gästekarte bzw. die KufsteinerlandCard, die wir während unseres Aufenthalts nutzen konnten. Damit lassen sich zahlreiche Attraktionen und Angebote der Region kostenlos oder vergünstigt erleben. So war etwa der Eintritt zur Festung Kufstein und die Fahrt mit dem Kaiserlift enthalten und auch alle Busse in der Region konnten wir kostenlos nutzen.

Auch landschaftlich hat uns die Region begeistert. Wer gerne wandert, hat praktisch die Qual der Wahl. Von gemütlichen Spaziergängen bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren ist alles dabei.

Unser persönliches Highlight: die Mischung

Man muss nicht jeden Tag einen Gipfel besteigen. Manchmal ist eine Fahrt mit dem Lift, ein gutes Essen und eine fantastische Aussicht, oder einfach im See schwimmen genau das Richtige. Was uns am Thiersee und in der Region Kufstein besonders gut gefallen hat, ist die Kombination aus Berg und See.

Nach einer anstrengenden Wanderung gibt es kaum etwas Besseres, als am Thiersee ins angenehm warme Wasser zu springen. Und wenn die Beine einmal keine Lust auf weitere Höhenmeter haben, bietet die Region trotzdem zahlreiche Möglichkeiten für einen schönen Urlaubstag. Dazu kommt Kufstein mit seiner historischen Altstadt und der beeindruckenden Festung – und das alles in einer wunderschönen Landschaft. Wir würden wiederkommen!

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