Nach unserem Wanderurlaub am Thiersee zog es uns weiter in den Westen Österreichs, genauer gesagt auf den Campingplatz Sennalpe am Plansee in Tirol. Eine Woche wollten wir hier mit unserem Wohnmobil und Zelt verbringen – mit viel Natur, ein paar sportlichen Abenteuern und natürlich genügend Zeit, um die beeindruckende Landschaft rund um den See zu genießen.
Campingplatz Sennalpe am Plansee
Der Campingplatz Sennalpe am Plansee ist deutlich größer als der Campingplatz, den wir zuvor am Thiersee besucht hatten. Entsprechend ist auch insgesamt mehr los. Besonders am Seeufer merkt man den Unterschied, denn dieser wird auch von vielen Tagesgästen sehr gerne besucht. Somit tummeln sich überall deutlich mehr Badegäste, Stand-up-Paddler und Wassersportler.

Ein Punkt, den man bei der Planung berücksichtigen sollte, sind die begrenzten Einkaufsmöglichkeiten. Im Vergleich zum Thiersee ist die Gegend rund um den Campingplatz deutlich abgelegener. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sollte deshalb seine Vorräte gut planen. Denn wenn das Wohnmobil einmal auf der Parzelle steht, kann man nicht unbedingt für jede Kleinigkeit wieder losfahren.
Es gibt zwar einen kleinen Kiosk, welcher auch morgens frische Brötchen im Angebot hat, aber für einen längeren Aufenthalt empfiehlt es vor der Anreise einen größeren Einkauf zu erledigen und Lebensmittel sowie Getränke ausreichend mitzunehmen.
Unsere Parzelle lag direkt an der Grundstücksgrenze vom Campingplatz an einer Hecke und einem recht hoch frequentierten Ein- und Ausgang zum See. Der Boden war sehr hart und wir hatten beim Aufbau unseres zusätzlichen Zelts und des Sonnensegels, schon große Herausforderungen, selbst stabile Schraubheringe in den Boden zu bekommen.
Empfehlung für ein Zelt
Das Zelt Vango Scarfell 300 hatten wir für unsere Töchter als Schlafraum mitgenommen und es hat auch bei starkem Regen und Wind hervorragend bewährt. Die Gesamtlänge beträgt 3,3 m und es eignet sich für zwei Personen auch für einen längeren Aufenthalt optimal.



Die Innenwand des Zeltbodens ist 10 cm hoch und bietet eine zuverlässige Barriere gegen Regen und Dreck. Der Aufbau ist (unabhängig von der Bodenbeschaffenheit und Problemen mit Heringen) schnell und einfach erledigt. Das Packmaß ist mit 47.0 x ⌀14.0 cm, ebenso wie sein Gewicht von 2,5 kg genial.
Der Plansee – Tirols beeindruckender Bergsee
Der Plansee selbst ist natürlich der eigentliche Star dieses Campingplatzes. Mit seinem türkisblauen, teilweise fast schon karibisch wirkenden Wasser liegt er auf rund 976 Metern Höhe und wird von imposanten Bergen eingerahmt. Ein absolutes Postkartenpanorama.

Der See gehört zusammen mit dem Heiterwanger See zu einem verbundenen Seensystem. Beide Seen können über einen natürlichen beziehungsweise künstlich erweiterten Wasserlauf miteinander verbunden werden. Der Plansee ist dabei mit einer Länge von rund sechs Kilometern der zweitgrößte See Tirols und hat eine ausgezeichnete Wasserqualität (Güteklasse I).
Je nach Wetter und Licht verändert der See ständig sein Gesicht. Mal leuchtet das Wasser türkisblau, mal wirkt es tiefgrün und an bewölkten Tagen deutlich dunkler. Besonders schön fanden wir die Kombination aus dem klaren Wasser und den steilen Berghängen, die den See umgeben.



Im Sommer ist am Plansee einiges geboten. Baden, Stand-up-Paddling, Bootfahren, Tauchen und Wandern gehören etwa zu den Aktivitäten, die man hier perfekt unternehmen kann.
Schnuppertauchen bei der Tauchbasis Planseecamp
Direkt am Campingplatz befindet sich die Tauchbasis Planseecamp. Für uns war das die perfekte Gelegenheit, einmal etwas Neues auszuprobieren. Wir buchten einen Schnupper Tauchkurs und waren gespannt, wie sich das Tauchen in einem Bergsee anfühlen würde.
Nach einer Einweisung durch den super netten Tauchlehrer Pepe ging es zunächst um die grundlegenden Dinge: Ausrüstung kennenlernen, unter Wasser atmen und natürlich ein Gefühl für die ungewohnte Situation bekommen. Die maximale Tiefe vom Plansee beträgt über 70 Meter.


Schon die ersten Minuten unter Wasser waren eine besondere Erfahrung. Das klare Wasser, die besondere Stimmung und die Berge über dem See machten den Tauchgang zu einem Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.
Canyoning durch die Stuibenfälle
Kaum hatten wir uns vom Tauchen erholt, stand schon das nächste Abenteuer auf dem Programm: eine Canyoning-Tour durch die Stuibenfälle. Und was sollen wir sagen? Das hat richtig Spaß gemacht!
Das Basecamp vom Anbieter White Mountain befindet sich auf dem Gelände des Campingplatzes. Hier wird man mit Neoprenanzug, Socken, speziellen Canyoningschuhe, Helm und entsprechender Sicherheitsausrüstung ausgerüstet. Vom Campingplatz geht’s dann mit einem Transporter zum Parkplatz oberhalb der Schlucht und nach einer Einweisung durch unseren netten Guide in Richtung Einstieg.
Direkt zu Anfang der Tour muss man sich Abseilen lassen und spätestens jetzt kommt echtes Abenteuergefühl auf und die höchste Passage auf der Tour beträgt über 30 Meter.



Unten angekommen bewegen uns direkt im Wasserlauf und müssen immer wieder Hindernisse überwinden. Mal geht es über Felsen, mal durch das kalte Wasser und dann wartet schon die nächste Sprungstelle.
Für uns war die Tour eines der Highlights unseres Aufenthalts. Sie war abwechslungsreich, spannend und an einigen Stellen durchaus eine kleine Herausforderung – aber genau das machte den Reiz aus.




Unser Fazit: Canyoning durch die Stuibenfälle ist eine perfekte Ergänzung zu einem Aktivurlaub rund um den Plansee. Wer Lust auf etwas mehr Abenteuer hat und die Tiroler Bergwelt einmal nicht vom Wanderweg, sondern direkt aus dem Wasser erleben möchte, sollte sich diese Tour unbedingt einmal anschauen. Dauer der Tour ca. 4 Stunden und Kostenpunkt pro Erwachsener 109,00 EUR.
Wanderung auf das Schönjöchl
Natürlich wollten wir während unseres Aufenthalts auch die Bergwelt rund um den Plansee zumindest ein wenig zu Fuß erkunden. Eine unserer Wanderungen führte uns hinauf auf das Schönjöchl.
Der steile Weg startet direkt am Campingplatz und die Anstrengungen bei über 30° C wurden mit einer tollen Aussicht auf die umliegende Berglandschaft belohnt. Je höher wir kamen, desto beeindruckender wurde der Blick auf die Region.


Und bei guter Sicht wartet oben noch ein ganz besonderes Highlight: der Blick auf die Zugspitze.

Nach einigen Stunden in den Bergen waren die Beine zwar müde und die hohen Temperaturen machen uns auch ganz schön zu schaffen, aber Spaß hat die Tour am Ende (wie immer) dennoch gemacht.
Dauer: 4 Stunden
Strecke: 8 km
Höhenmeter: 620
Ein Besuch auf der Musteralpe
Nicht weit vom Campingplatz entfernt befindet sich die Musteralpe. Die traditionelle Alpe ist nicht nur ein leckeres Restaurant, sondern auch interessant für alle, die mehr über die Herstellung regionaler Milchprodukte erfahren möchten.
Zu empfehlen ist die kostenlose Schausennerei, die jeden Donnerstag besucht werden kann. Dabei bekommt man einen Einblick in die traditionelle Verarbeitung der Milch und erfährt, wie daraus Butter und Käse entstehen.
Wir finden, solche Angebote immer sehr spannend und informativ. Statt die Produkte einfach nur im Laden zu kaufen, bekommt man hier auch einen Eindruck davon, wie viel Handarbeit und Tradition dahinterstecken. Und natürlich darf nach so viel Theorie auch die Verkostung nicht fehlen.
Im Hofladen der Musteralpe werden verschiedene Käsesorten sowie Wurstwaren aus eigener Produktion oder regionalen Betrieben angeboten. Wir haben uns natürlich durch das Sortiment probiert – und können die Produkte geschmacklich wirklich sehr empfehlen.
Unser Fazit zum Campingurlaub am Plansee
Nach einer Woche können wir sagen: Der Plansee hat uns gut gefallen, jedoch empfinden wir den Aufenthalt auf kleineren und somit her ruhigeren Campingblitzen als deutlich angenehmer. Der Campingplatz Sennalpe bietet eine gute Ausgangslage, um die Region Reutte zu erkunden.
Gleichzeitig sollte man sich darauf einstellen, dass die Infrastruktur in unmittelbarer Nähe rund um den See überschaubarer ist. Wer mit dem Wohnmobil länger auf dem Platz stehen möchte, sollte deshalb seine Einkäufe entsprechend planen.
Unser persönliches Highlight war sicherlich die Canyoning-Tour durch die Stuibenfälle. Aber auch das Schnuppertauchen, die Wanderung auf das Schönjöchl und der Besuch der MusterAlpe bleiben uns in guter Erinnerung.
Wer einen ruhigen Campingplatz mit absoluter Abgeschiedenheit sucht, findet am Plansee vielleicht nicht unbedingt das Richtige. Für uns war es dennoch eine gelungene Campingwoche mit einer guten Mischung aus Entspannung, Natur, Bewegung und Abenteuer.







